Auch die Mittelklasse kann Premium

Parkhelfer machen den Alltag einfacher und komfortabler. Foto: djd/Bosch

(djd) Ob ferngesteuertes Parksystem, Spurhalteassistent oder Müdigkeitserkennung. Wer heute ein neues Fahrzeug kauft, will auf viele dieser Features nicht mehr verzichten. Die Ausstattungsraten für Fahrerassistenzsysteme steigen europaweit stetig an. Kompakt- und Mittelklasseautos haben manchmal der vermeintlichen Oberklasse so einiges voraus. Würde man eher vermuten, dass schlaue Parkhelfer serienmäßig in Premiumfahrzeugen zu finden sind, ist genau das Gegenteil der Fall. Mittelklasseautos sind in dieser Hinsicht besser ausgestattet als Premiumfahrzeuge. Das hat eine Bosch-Auswertung der Neuzulassungsstatistik 2017 in acht europäischen Ländern gezeigt. 55 Prozent der neu zugelassenen Kompakt- und Mittelklasse-Pkw in Deutschland haben serienmäßig mindestens ein Parkassistenzsystem unter der Haube. Bei den Premiumfahrzeugen hingegen hat nur etwa jedes vierte Fahrzeug einen der Helfer wie Parkpiepser, Parkassistent oder Rückfahrkamera serienmäßig an Bord.

Damit belegen Parkassistenzsysteme insgesamt den ersten Platz der Auswertung. Auf Platz zwei der Rangliste befinden sich automatische Notbremssysteme, 54 Prozent der 2017 neu zugelassenen Autos in Deutschland sind damit ausgestattet. Diese Systeme helfen im Falle eines drohenden Auffahrunfalls, die Karambolage zu verhindern oder zumindest deren Folgen abzuschwächen. “Fahrerassistenzsysteme sind nicht nur nette Gadgets, die das Fahren komfortabler machen – sie können Leben retten”, sagt Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control. Die Europäische Union bereitet deshalb momentan eine Gesetzgebung für den verpflichtenden Einbau von Notbremsassistenten in allen Neufahrzeugen vor.

Neben Park- und Bremsassistenzsystemen werden laut Auswertung auch die Müdigkeitserkennung sowie Spurassistenzfunktionen immer selbstverständlicher. So erkennt fast jeder zweite zugelassene Pkw einen müden Fahrer und bei mehr als jedem dritten Personenwagen gehört ein Spurassistenzsystem zur Ausstattung. Knapp ein Viertel der Autos verfügt über eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung (ACC). “Immer mehr Autokäufer legen Wert darauf, dass das Auto mitdenkt und manchmal sogar mitlenkt”, erklärt Gerhard Steiger weiter.

Der teilautomatisierte Stauassistent zum Beispiel unterstützt bereits bei neun Prozent der Neuwagen in Deutschland im stressigen Stau. Dabei folgt das Auto automatisch seinem Vordermann, übernimmt das Anfahren und Beschleunigen ebenso wie das Bremsen und sogar das Lenken innerhalb der eigenen Fahrspur.