Herz und Humor zum internationalen Frauentag

Jule Vollmer ist zu einer Lesung im Kunstcafé zu Gast.

Seit über 100 Jahren demonstrieren Frauen am 8. März eine Gleichstellung der Geschlechter, das Datum hat als internationaler Frauentag längst auch einen weltweit anerkannten Status erhalten. Auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kaarst, Sigrid Hecker, will in diesem Jahr wieder mit Veranstaltungen die Thematik gleichwertiger Lebens- und Arbeitsbedingungen
von Frauen aufgreifen. Unter dem im Rhein-Kreis Neuss einheitlichen Motto “Starke Frauen – Frauen stärken!” finden in Kaarst ein medizinischer Vortrag und eine Lesung statt.

Dr. Barbara Lüthen, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologin, greift am Freitag, 8. März, in ihrem Fachvortrag das Thema “Frauenherzen schlagen anders” auf. Denn beim weiblichen Geschlecht weichen die Symptome und der Verlauf oftmals von den bekannten klassischen Merkmalen ab und werden daher unter Umständen nicht rechtzeitig erkannt, was schließlich lebensbedrohlich werden kann. Viele Frauen glauben, dass Herzerkrankungen eher Männer betreffen, aber  gerade nach der Menopause stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch für Frauen die häufigste Todesursache in Deutschland dar. Die Medizinerin spricht über Risikofaktoren, Vorbeugung und auf welche Alarmzeichen Frau achten sollten. Ihr Vortrag beginnt um 18 Uhr und findet im VHS-Haus Kaarst, Am Schulzentrum 18, statt. Der Eintritt ist frei.

Am darauffolgenden Sonntag, 10. März, findet im Kunstcafé “EinBlick” eine musikalisch-satirische Lesung mit Jule Vollmer statt. Unter dem Titel “Frauen, die sich wehren” befasst sie sich auf humoristisch-hintergründige Weise mit dem Thema Gewalt gegen Frauen. Dabei spannt sie den Bogen etwas weiter, denn nicht nur Frauen, die unmittelbarer körperlicher Gewalt ausgesetzt sind, sondern auch solche, die aufgrund ihres Frauseins Benachteiligungen erfahren, kommen zur Sprache. “Es geht um ernste Themen, die sensibel mit liebevoller Ironie betrachtet werden und vielleicht Mut zur Veränderung machen”, sagt die Künstlerin. So erzählt sie beispielsweise vom aufopferungsvollen Alltag einer Familienmutter, von der Kraft des Spott-Gedichts gegen sexuelle Nötigung oder von einer unkonventionellen Weise, aus einem aggressiven einen friedlichen Ehemann zu machen. Den meisten Protagonistinnen gemein ist die Tatsache, dass sie sich aus ihrer Opferrolle durch Phantasie und Tatkraft befreien wollen.

Die Lesung beginnt um 16 Uhr, ab 15 Uhr besteht bereits Gelegenheit zum Kaffeeplausch. Eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen ist im Eintrittspreis von neun Euro inbegriffen; Kartenvorverkauf an der Info-Theke im Rathaus Kaarst.