Hochschulen und Städte schaffen grenzüberschreitende Bildungsregion

Hochschulen und ihre Standorte wollen die Fachkräfte in der Region halten.. Foto: pixabay.de

Die Städte Krefeld, Mönchengladbach und Venlo sowie die Hochschulen Niederrhein und Fontys in Venlo wollen die “euregio rhein-maas-nord” als grenzüberschreitende Bildungsregion profilieren. Das ist das Ziel des Projekts “euregio campus-Limburg/Niederrhein”. Das zum 1. Januar 2019 gestartete Projekt wird bis Ende 2021 laufen und mit insgesamt 1,8 Millionen Euro durch die Europäische Union, das Land Nordrhein-Westfalen und die niederländische Provinz Limburg gefördert.

Professor Dr. Rüdiger Hamm, Leiter des Niederrhein Instituts für Regional- und Strukturforschung (NIERS) an der Hochschule Niederrhein und gleichzeitig Projektleiter, beschreibt die Ziele des Projekts: “Wir haben drei wesentliche Ziele: die Wahrnehmung der euregio rhein-maas-nord als Studienstandort erhöhen, die beiden Hochschulen durch grenzüberschreitende Studienangebote miteinander verbinden und die euregio als Arbeitsmarkt und Wohnort für Absolventen attraktiver machen.” Innovativ an dem Projekt solle vor allem sein, dass die auf diese Ziele gerichteten Maßnahmen eng miteinander verknüpft werden. Die Bildungsregion rhein-maas-nord soll dadurch insgesamt einen Schub erhalten und sich besser positionieren.

Den Zielen wollen sich die Projektpartner durch eine Vielzahl von Aktivitäten und Maßnahmen nähern. Das erste Maßnahmenpakt umfasst die gemeinsame Vermarktung der grenzüberschreitenden, euregionalen Bildungs- und Wissensregion. Die gibt es bisher nicht. Dabei bietet eine Grenzregion als Studienort zahlreiche Vorteile. “Die Studierenden sind schnell im jeweiligen Nachbarland und können interkulturelle Erfahrungen sammeln, aus denen sie echten Nutzen ziehen“, sagt Hamm.

Um den grenzüberschreitenden Bildungsraum mit Leben zu füllen, müssen mehr Angebote her. Auch das haben sich die Projektpartner vorgenommen. Gemeinsame Bildungsangebote sollen entwickelt und realisiert werden, bestehende Studien- und Weiterbildungsangebote der Hochschulen verglichen und Schnittmengen für mehr Zusammenarbeit identifiziert werden.

Ein weiterer Maßnahmenkomplex betrifft die Absolventen. “Wir hören immer häufiger von Unternehmen, dass auch ein Mangel bei den sogenannten High Potentials vorherrscht, da diese nach dem Studium in die Metropolen abwandern. Hier sehen wir die Chance im Rahmen des Projekts, Unternehmen und Absolventen von beiden Seiten der Grenze früh zusammenzubringen und interkulturelle Fähigkeiten aufzubauen.”, sagt Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH.  Denn frühere Studien haben ergeben, dass die Region unter einem sogenannten “Brain Drain” leidet, dass also mehr ausgebildete Fachkräfte abwandern als dorthin zuwandern. Dies liegt auch daran, dass Studierende und Absolventen auf der einen und regionale Unternehmen auf der anderen Seite noch immer nicht genug voneinander wissen. Das Projekt möchte hier ansetzen und so dazu beitragen, mehr Absolventen in der Region zu halten.