Unternehmen haben noch viele Lehrstellen frei

In der Industrie sind schon mehr Lehrstellen besetzt als etwa im Handel. Foto: pixabay.de

Die Betriebe am Mittleren Niederrhein wollen ihren Nachwuchs verstärkt selbst ausbilden. Beweis dafür ist die gestiegene Anzahl an Lehrstellen gegenüber den vergangenen Jahren. Allerdings sind derzeit noch 39 Prozent davon zum kommenden Ausbildungsstart im Sommer offen. Trotzdem sind die Unternehmen  bei der Azubi-Suche heute bereits weiter als vor einem Jahr. Im Januar 2018 waren noch 42 Prozent der Stellen unbesetzt. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein bei rund 400 Unternehmen hervor.

“Die Betriebe sind beim Thema Ausbildung engagierter denn je”, lobt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Aber: Bei den Dienstleistern ist noch jede zweite Stelle unbesetzt, im Groß- und Einzelhandel sind noch 43 Prozent der Ausbildungsplätze frei. Erfolgreicher waren die verarbeitenden Branchen. “In der Industrie liegt der Anteil der unbesetzten Stellen mit 28 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt”, so Steinmetz.

Grund für das größere Engagement ist der Fachkräftemangel. Der jüngste Konjunkturbericht hat gezeigt, dass knapp zwei Drittel der Unternehmen mit Personalbedarf Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen. Nach einer Schätzung der IHK planen die Betriebe in der Region, die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze um knapp zehn Prozent zu erhöhen. “Inwieweit sich dies in einer höheren Zahl an Ausbildungsverhältnissen niederschlägt, wird sich zeigen”, sagt Steinmetz. “Wir wissen, dass Ausbildungsplätze häufig nicht besetzt werden können, weil sich zum Beispiel viele Abiturienten für ein Studium entscheiden oder Bewerbern ein umfangreicher Überblick über das gesamte Angebot an Ausbildungsberufen fehlt.” Dennoch würden die Zahlen zeigen, wie gut die Chancen für junge Menschen sind, mit einer dualen Berufsausbildung Karriere zu machen.

Der IHK-Hauptgeschäftsführer verweist auf viele Aktionen, die von der Kammer unterstützt werden. Bei der “CHECK IN Berufswelt” zum Beispiel können sich Anfang Juli Jugendliche vor Ort in den Betrieben ein Bild von den jeweiligen Berufsbildern machen. Darüber hinaus organisiert die IHK Speed-Datings (21. März in Mönchengladbach, 5. April in Krefeld), bei denen die Jugendlichen zehn Minuten Zeit haben, um den Ausbildungsbetrieb ihrer Wahl von sich zu überzeugen. Außerdem unterstützt die IHK-Fachkräfteberatung Unternehmen dabei, Jugendliche zu gewinnen und auszubilden.